Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
Bilder als Waffe - Zwischen Aufklärung und Desinformation
Vortrag, gehalten am 22. Februar 2014 im Kölner Freidenker-Zentrum
Bilder sind Waffen im Arsenal der Herrschaftsapparate und ihrer Medien. Sie werden zu lautlosen Geschossen, die fast unbemerkt in die Köpfe der Adressaten eindringen und das Denken manipulieren. Bilder können aber auch – wenn wir sie entsprechend einsetzen – zum Instrument der Aufklärung werden. Sogar Bilder aus dem Arsenal der Herrschaftsapparate können sich dann gegen diese richten. Der Vortrag beleuchtet anhand einer Reihe ausgewählter Beispiele dieses Spannungsfeld zwischen Desinformation und Aufklärung.

Eines steht fest: die Erkenntnisse darüber, wie Medien – ob Bild, ob Ton, ob Text – wirken, bedürfen einer Öffentlichkeit. Dazu wollen wir einen kleinen Beitrag leisten. Unser Vortrag heißt „Bilder als Waffe – Zwischen Aufklärung und Desinformation“. Es ließe sich ein weiterer Untertitel ergänzen: „Von Brecht bis Brzezinski“.
Von Brecht bis Brzezinski

„Die ungeheuere Entwicklung der Bildreportage ist für die Wahrheit über die Zustände, die auf der Welt herrschen, kaum ein Gewinn gewesen; die Photographie ist in den Händen der Bourgeoisie zu einer furchtbaren Waffe gegen die Wahrheit geworden. Das riesige Bildmaterial, das tagtäglich von den Druckpressen ausgespieen wird, und das doch den Charakter der Wahrheit zu haben scheint, dient in Wirklichkeit nur der Verdunklung der Tatbestände. Der Photographenapparat kann ebenso lügen wie die Setzmaschine.“ Das schreibt Bertolt Brecht 1931 in einem Leserbrief an die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ). Und er gratuliert der AIZ, die der Wahrheit diene und die wirklichen Tatbestände offen lege.

Brzezinski, 2014 als 85jähriger noch Gast auf der so genannten Münchner Sicherheitskonferenz und Autor des Buches „The Great Chessboard – Das große Schachbrett“, ist ein Stratege anderer Art. Und wir werden in unserem Vortrag auch einiges in dieser Hinsicht streifen, nämlich untersuchen, wie mit den Mitteln der Fotografie im strategischen Sinne manipuliert wird.

Wir beginnen mit drei Personen, die mit Bildern „arbeiten“. Einer davon ist ein Fotograf, der sich Platon nennt. Wir befinden uns jetzt in der Ausstellung in der von Leica angemieteten Halle 1 der photokina 2012, wo unter dem Titel „Gesichter der Macht“ Fotografien von Platon Antoniou ausgestellt waren. Bei dem Fotografen Platon Antoniou, der sich – entsprechend dem griechischen Philosophen – Platon nennt, liegen die Dinge klar auf der Hand. Die von ihm kreierten Politiker-Portraits sprechen eine deutliche Sprache. Er versteht sein Handwerk. Werfen wir einen Blick in die Ausstellung, um uns ein Bild zu machen.
Platon – der Verwalter von Licht und Dunkel
Zunächst ein kleiner Ausschnitt aus einem Bild, das den ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zeigt – dessen Auge.
Hier ein größerer Ausschnitt aus dem Bild, das den ehemaligen iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zeigt.
Das ist jetzt das gesamte Bild, wie es auf der photokina 2012 in der Leica-Halle ausgestellt war. Wie das Bild wirkt, ist kaum eine Frage. Das Gesicht in künstliches Dunkel getaucht – weitestgehend seiner Kleidung beraubt – erscheint der iranische Präsident Ahmadinedschad als ein Politiker aus der Finsternis. Zudem wirkt das Gesicht weitwinklig verformt und damit entstellt.
Dazu im Gegensatz steht dieses Bild eines Gegenspielers von Ahmadinedschad: Von Helligkeit umgeben – der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Hier ist die Umgebung ganz anders gewählt. Die Frage ist, ob das gewollt oder Zufall ist.
Die beiden Bilder haben in der Ausstellung entsprechend nebeneinander gehangen – Licht und Dunkel.
Wieder ein Politiker, der in Finsternis getaucht ist: Hugo Chavez, inzwischen verstorbener Präsident von Venezuela. Diesmal wird es noch extremer. In den Augen ist keinerlei Licht. Spätestens jetzt wird klar, wie die Frage „gewollt oder Zufall“ zu beantworten ist.
Und jetzt sehen wir jemanden, der vor Freundlichkeit nur so überquillt, den „netten Nachbarn von nebenan“, den ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush.
Und hier eine weitere Lichtgestalt, der auch nicht unfreundlich dargestellte Barack Obama, der jetzige US-Präsident.
Auch diese drei Bilder von Chavez, Buch und Obama hingen in der Ausstellung nebeneinander. Neben den Lichtgestalten Bush und Obama blicken die Ausstellungsbesucher in die Finsternis. Die Kuratoren der Ausstellung werden sich bei der Präsentation ihre Gedanken gemacht haben. Im Einladungstext haben wir von Bildern geschrieben, die wie lautlose Geschosse in die Köpfe der Menschen eindringen. Was wir hier gesehen haben, wie Fotograf und Kuratoren operieren, ist dagegen derart plump, dass eigentlich jedem auffallen müsste, wie im Sinne der Schaffung bzw. Verfestigung von Feindbildern manipuliert wird. Aber wir haben, als wir uns die Ausstellung angesehen haben, von niemandem einen Aufschrei des Entsetzens vernommen.
James Nachtwey – Kulturwaffe Fotografie

Als nächstes kommen wir zu einem Kollegen von Platon – auch ein Fotograf, auch aus den USA: James Nachtwey.

Anschaulich schildert ein Filmessay von Rüdiger Minow aus dem Jahr 2006 die Instrumentalisierung von Kunst und Kultur für „kriminelle“ Staatszwecke. Es geht um den ab den 1950er Jahren aktiven, CIA-gesteuerten „Kongress für kulturelle Freiheit“ mit Hauptsitz in Paris und Nebenstellen in allen westeuropäischen Ländern, in der BRD in Köln, West-Berlin, Frankfurt am Main, München und Hamburg. Zu glauben, dass solche Machenschaften sich im 21. Jahrhundert erübrigt hätten, hält Minow für naiv.

Bewundern wir also völlig unvoreingenommen die unvergleichlich gestalteten Fotografien des sich als Antikriegsfotografen bezeichnenden James Nachtwey. Die ganze Welt der Fotografen hält den Atem an und verneigt sich vor seinem Werk, das erschütternde Dokumente aus Kampfgebieten meisterhaft komponiert und ausgearbeitet in großen Bilderschauen präsentiert. Bildjournalisten geraten in Verzückung über einen Film, der Nachtwey und seine Arbeit zum Inhalt hat. Diese Fotos sprechen nicht nur Fachpublikum an, sie treffen jeden (Mann, Frau, Kind, Jugendliche,...) ins Herz. Gut so, könnte man meinen. So und nicht anders entfaltet ein „Antikriegsfotograf“ eine enorme Wirkung. Die Sache hat nur den einen Haken, dass Nachtwey selbst Kriegspartei ist. Er zeigt nur die Opfer einer Seite, z.B. in Afghanistan: die Opfer der Taliban. Die Opfer der NATO-Bombardements zeigt er nicht. Folgerichtig konzentriert er sich auf Opfer, die den nächsten Kriegseinsatz unvermeidlich machen. Die Erkenntnis, dass das, was betont bzw. weggelassen wird, zählt, hatte schon Arundhati Roy.
James Nachtwey – „Einen durch eine Taliban-Rakete getöteten Bruder betrauernd“ – Afghanistan, 1996
James Nachtwey – „Abdruck eines durch Serben getöteten Mannes“ – Kosovo, 1999“
Was Ursache und Wirkung angeht, besteht immer Klarheit: bei Nachtwey wird nur „zurückgeschossen“. Und das Publikum ist aufgewühlt. Das passt zum größten Verbrechen der Kriegsvorwände seit Gleiwitz. Woher Nachtwey weiß, dass der abgebildete Abdruck der eines Mannes ist und zudem dieser von Serben getötet worden ist, verrät er nicht.

Zum ersten Jahrestag des 11. September 2001 zeigt die Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin Aufnahmen aus der New-York-Serie von Nachtwey. Sie sollen an die Opfer des 11. September erinnern. Die unschuldigen Opfer und die Verwüstungen des Krieges der USA gegen die Bevölkerung von Afghanistan werden ausgeblendet.
„Person des Jahres: Der amerikanische Soldat“ – Time vom 29.12.2003 mit Titelbild von James Nachtwey
Time-Titel mit James-Nachtwey-Foto auf einem Rennwagen der US-Army – Screenshot aus einer auf VOX ausgestrahlten FocusTV-Sendung vom 24.7.2004
Auch das Foto, das auf der Titelseite des Time-Magazins zum Einsatz gekommen ist und das dann bei einem von US-Präsident George W. Bush eröffneten Nascar-Rennen von der US-Army für ihre Propagandazwecke verwendet wurde, stammt von James Nachtwey. Und somit sind die beiden gezeigten Bilder endgültig der Beleg dafür, dass der angebliche Antikriegsfotograf in Wahrheit ein Propagandist des Krieges ist, zumindest bestimmter Kriege – des vorgeblichen Guten gegen das vorgeblich Böse.

Die Kritik der Arbeiterfotografie an dem so genannten Antikriegsfotografen, dem mit Auszeichnungen überschütteten US-Amerikaner James Nachtwey, rief weithin – bis in die eigenen Reihen – heftigen Widerspruch hervor. Was hatten wir zu sagen gewagt? „Nicht die einzelnen Fotos sind das Problem, sondern die Tatsache, was er fotografiert und was nicht... Nachtwey stellt sich auf die Seite der Macht, er lenkt den Blick in die von seinen Auftraggebern gewünschte Richtung. Und das macht er gekonnt. Er wird zur Leni Riefenstahl des US-Imperiums.“ „Wer eigentlich sind Sie, dass Sie sich ohne konkreten Vorwurf erheben. Sie 'argumentieren' mit Müll.“ Mit diesen Worten reagierte wütend Stephan Seeger, Direktor Stiftungen der Sparkasse Leipzig, die am 28.4.2004 James Nachtwey in Leipzig mit dem „Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien“ ausgezeichnet haben.
Jacques Tilly: Feindbilder in der Mitte der Gesellschaft im Fahrwasser des Imperialismus

Bei Platon haben wir gesehen, wie Feindbilder geschaffen und bestätigt werden. Jetzt wollen wir sehen, inwieweit das auch auf einen Künstler anderer Art, auf Jacques Tilly zutrifft – aus seine Weise gewiss ein Könner.

„Der Unterschied zwischen Islam und Islamismus ist wie jener zwischen Terror und Terrorismus.“ Das sagt jemand, von dem auch die faschistoide Äußerung stammt, es sei gut und richtig, wenn ein Staat mehr Täter als Opfer ist. Es mache mehr Spaß, Täter statt Opfer zu sein. Sein Name: Henryk M. Broder. Einer derjenigen, die solche Gedanken visualisieren, ist Jacques Tilly. Er firmiert als Bildhauer und Kommunikationsdesigner und entwirft so genannte Großplastiken, die Jahr für Jahr durch die Straßen fahren und ein Millionenpublikum erreichen. Tilly gehört zum Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung, Veranstalter der so genannten Kritischen Islam-Konferenz, die am 10. Mai 2013 in Berlin stattgefunden hat. Aus diesem Anlass haben wir uns einige seiner Großplastiken etwas genauer ansehen.
„Achsel des Böse – Eine Nebelmaschine sorgte für die nötige Portion Achselschweiß“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2007 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
„Ahmadinedschads Atomprogramm“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2012 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
„Ahmadinedschad“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2011 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
Wir sehen, das Feindbild Ahmadinedschad kommt bei Tilly immer wieder vor. Die Wagen von 2007 und 2012 greifen die Propaganda von Irans angeblichem Streben nach Atomwaffen auf. Und 2011 hat Tilly einen Wagen entworfen, bei dem die Frage entsteht, wie so etwas zugelassen sein kann.

„Und da kommt schon der iranische Präsident Ahmadinedschad, ein Antisemit allererster Kajüte, jemand der halt Israel von der Landkarte radieren möchte.“ So kommentiert Jacques Tilly selber – die tausendfach wiederholten Falschbehauptungen ein weiteres Mal wiederholend – seine Großplastik, die 2011 durch die Straßen gefahren ist – im Fahrwasser des Imperialismus, das für einen Krieg gegen die Islamische Republik Iran benötigte Feindbild stützend. „Und ich glaube auch, seine Körperhaltung ist recht eindeutig...“, fährt er auf die Hakenkreuz-Form anspielend fort, ohne dass er wegen Verwendung verbotener Symbole und der Relativierung der Nazi-Verbrechen belangt würde. Auf die übelste Art diskreditiert und dämonisiert er einen Menschen, Freund von Fidel Castro und Hugo Chavez, der sich gegen die Arroganz der brutalen Macht von USA und Israel stellt. Man stelle sich vor, US-Präsident Barack Obama oder gar der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als Repräsentant des "Jüdischen Staates" wären in der gleichen Form dargestellt – was der Realität deutlich näher käme. Es wäre das letzte Mal gewesen, das ein Jacques Tilly den Auftrag für seine "karnevalistischen" Großplastiken erhalten hätte.
„Osama bin Baden“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2008 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
“Putins Pressefreiheit” – Düsseldorfer Karnevalswagen 2009 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
Auch die Karnevalswagen, die Osama bin Laden und Putin zum Thema haben, bedienen die gängigen Feindbilder.
Kölner Gross-Moschee – „Ausschnitt aus dem Moscheewagen der Rheinischen Garde Blau Weiss“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2009 – entworfen von Jacques Tlly (Quelle: grossplastiken.de)
Ein selbstgefällig dreinschauender DITIB-Funktionär (Bauherr der Moschee) steuert die „Kölner Gross-Moschee“ und überfährt damit die Kölner. „Abgesehen vom unpassenden Äußeren des Pro-Kölners ist das Bild sehr treffend.“ Mit diesen Worten zollt "Pro Köln" diesem Wagen Anerkennung. In der Tat kann die Anti-Islam-Organisation "Pro Köln" stolz sein, denn der von dieser so genannten Bürgerbewegung verwendete propagandistische Begriff der "Gross-Moschee" hat in die Großplastik von Jacques Tilly Einzug gefunden. Man stelle sich einen Wagen vor, der einen Vorstand der Kölner Synagogen-Gemeinde zeigt, wie er mit einer "Gross-Synagoge" die Kölner Bevölkerung überfährt. Ein Sturm der Entrüstung würde losbrechen. Damit wird deutlich, was mit der Verwendung des Begriffs "Gross-Moschee" angerichtet wird.
„Selbstmordattentäter“ – Düsseldorfer Karnevalswagen 2007 – entworfen von Jacques Tilly (Quelle: grossplastiken.de)
Krasser geht es kaum. Das Feindbild Islam könnten selbst „Pro Köln“ oder Henry M. Broder nicht drastischer darstellen. Erreicht wird mit diesen Wagen ein Millionenpublikum – auf der Straße und zuhause an den Fernsehbildschirmen.

Auch im Falle von Tilly lässt sich wieder die Frage stellen, wie es sein kann, dass eine derart plumpe Propaganda, die ganz offensichtlich imperialistischen Zwecken dient, trotzdem ankommt. Erklärbar ist das nur damit, dass sie auf fruchtbaren Boden trifft, auf ein Medien-Umfeld, das die Menschen durch ständige Wiederholung derart konditioniert hat, dass sie die krasse Manipulation nicht wahrzunehmen in der Lage sind.
Irak 1991 – Mit der Brutkastenstory in den Krieg
Kuwaiterin vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses, Oktober 1990
Eine 15-jährige Kuwaiterin spricht im Oktober 1990 (kurz vor Beginn des Krieges gegen den Irak 1991) vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses. Unter Tränen bezichtigt sie irakische Soldaten entsetzlicher Gräueltaten. Sie hätten in einem kuwaitischen Krankenhaus 15 Babys aus Brutkästen gerissen, auf den Boden geworfen und dort sterben lassen. Im Januar 1992 wird die Identität der 15-jährigen Kuwaiterin enthüllt – es handelt sich um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA. Das ganze war eine Inszenierung mit dem Zweck, auf Krieg einzustimmen. Die Brutkastenstory war eine Idee der PR-Agentur Hill & Knowlton.
Irak 2003 – Mit Lügenmärchen in den Krieg

Beispiel aus dem Irak-Krieg, der 2003 von den USA und einer so genannten Koaltion der Willigen begonnen worden ist. „Lassen Sie uns ein [Satellitenfoto] ansehen...“ sagt US-Außenminister Colin Powell im Februar 2003 (kurz vor Beginn des Krieges gegen den Irak) vor dem UN-Sicherheitsrat zu diesem Bild...
Colin Powell's Dia-Show vor dem UN-Sicherheitsrat, 5.2.2003
"Hier sehen Sie 15 Munitionsbunker, gelb und rot umrandet. Die vier in roten Rechtecken stellen aktive chemische Munitionsbunker dar. Wie weiß ich das? Wie kann ich das sagen? Lassen Sie mich eine nähere Ansicht zeigen." Das sind die Worte, mit denen Powell zu diesem Bild fortfährt.
Colin Powell's Dia-Show vor dem UN-Sicherheitsrat, 5.2.2003
Auch das ein Bild, das die Existenz von Massenvernichtungswaffen beweisen soll. Powell: „Sehen Sie sich das Bild links an. Links ist eine Vergrößerung eines der vier chemischen Bunker. Die zwei Pfeile weisen auf die Anwesenheit sicherer Anzeichen, dass in den Bunkern chemische Munition gelagert ist... Nun sehen Sie sich das Bild rechts an...“ In diesem Stil geht es weiter. Die Bilder beweisen nichts. Und die erläuternden Worte dazu sind auch nichts weiter als hohles Gerede. Aber ein Aufschrei des Protests der Anwesenden bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats wie auch in der Weltöffentlichkeit bleibt aus. Wir wissen mittlerweile, dass alles Hirngespinste sind. Powell selber hat später zugegeben, daß er die Welt in die Irre geführt hat. Aber der Krieg konnte beginnen. Der US-Außenminister hat zum richtigen Zeitpunkt seine Rolle gespielt. Und ein entscheidender Teil der Medien hat die Kriegspropaganda in die Welt geblasen. Die deutsche Bildzeitung z.B.:
Bild', 6.2.2003
Oder die britische Zeitung 'Sun'...
Sun', 6.2.2003
...die es – eine Äußerung Powells aufgreifend – schafft, Teufel Nr. 1 (Bin Laden) mit Teufel Nr. 2 (Saddam) in Verbindung zu bringen. Und der überwiegende Teil der US-Bevölkerung glaubt gemäß Umfragen zu diesem Zeitpunkt an diese Verbindung. Auch in England scheint die Bevölkerung für diese Art der Propaganda aufgeschlossen.
Irak 2003 – Inszenierung des Sieges

Im April 2003 wird in den Medien der Sieg über den Irak gefeiert – mit Bildern, die rund um die Welt die Titelseiten der Zeitungen dominieren – auch in solchen, die als links-alternativ gelten, wie der TAZ beispielsweise. Sie zeigen den medienwirksamen Sturz einer Statue von Saddam Hussein auf einem Platz in Bagdad.
'Sun', 10.4.2003
'Die Welt', 10.4.2003
'taz', 10.4.2003
Auch die TAZ reiht sich in die Riege der Herrschaftsmedien ein, erreicht damit ein links-alternatives Publikum und verseucht das Denken von Menschen, die das geistige Potenzial hätten, gegen den Imperialismus aufzustehen. Selbst Hans Magnus Enzensberger schreibt von triumphaler Freude angesichts dieser Bilder, die nichts als eine Inszenierung für die Medien sind. Mit echtem Jubel der irakischen Bevölkerung über ihre angebliche Befreiung – wie uns suggeriert werden soll – haben diese Bilder nichts zu tun.
Kurz nach dem Sturz der Saddam-Hussein-Statue auf dem Paradies-Platz in Bagdad am 9.4.2003
Dass das Geschehen auf dem Paradiesplatz in Bagdad keine Aktion einer begeisterten Bevölkerung, sondern viel mehr eine Militäroperation war, zeigt auch ein Bild, das kurz nach dem Niederreißen der Saddam-Statue entstanden ist. Die Menschenansammlung ist überschaubar klein. Dagegen sind mehrere Panzer zu sehen, von denen einer die Statue nieder gerissen hat.
Irak 2003 – Inszenierung der Gefangennahme einer Saddam genannten Person
'taz', Titelseite vom 15.12.2003 (mit Bild des Gefangengenommenen – zum Vergleich das Farbbild von Saddam Hussein, wie er in früheren Zeiten in Erscheinung getreten ist)
Jetzt kommen wir zu einer weiteren Inszenierung: zu dem, was als die Gefangennahme von Saddam Hussein dargestellt wird. „Es ist der Echte“, titelt die TAZ. Nach einer solchen Überschrift verlangt die kritische Leserschaft, hat sich die Redaktion offensichtlich gedacht. Es könnten ja Zweifel aufkommen, die im Keim erstickt werden müssen. Aber worauf sich die Behauptung gründet, erklärt die TAZ nicht. Wozu auch? Die TAZ gehört schließlich – wie wir erkannt haben – zu den Herrschaftsmedien. Und denen geht es nicht um Aufklärung, sondern um Desinformation und Manipulation im Sinne der Herrschenden.
Jugoslawien 1995

1995 zeigte Madeleine Albright, seinerzeit UN-Botschafterin der USA, in einer geschlossenen Sitzung des UN-Sicherheitsrates Bilder, die von Spionagesatelliten aufgenommen sein und die 'Gräueltaten' der bosnischen Serben belegen sollen.
August 1995
Es geht um „mögliche Massengräber“ und angeblich um das so genannte Massaker von Srebrenica. Doch das Foto ist ohne Beweiskraft. Die Bedeutung dessen, was auf dem Bild zu sehen ist, bleibt vollkommen unklar. Ob die Beschriftung mit dem tatsächlichen Inhalt korrespondiert, ist – insbesondere wenn wir uns an die Märchenstunde von US-Außenminister Collin Powell (in Vortrag Teil 1) erinnern – alles andere als erwiesen.

Aus der Abfolge der Ereignisse wird einiges deutlich:
  • Vom 12. bis 18. Juli 1995 soll das 'Massaker' von Srebrenica stattgefunden haben – nach Aussage von Verteidigungsminister Scharping vom 28.3.1999 sollen 'die Serben' 30.000 Menschen umgebracht haben, nach Angabe des 'Roten Kreuzes' gelten 7.333 als vermisst.
  • Am 28. Juli 1995 beginnt die Eroberung der serbischen Krajina durch die kroatische Armee – mindestens 200.000 Menschen werden vertrieben
  • Ab dem 30. August 1995 bombardieren US-Kampfflugzeuge serbische Stellungen – muslimisch-kroatische Bodentruppen erobern fast ein Fünftel Bosniens
Das so genannte Massaker von Srebrenica überdeckt also das Vorgehen Kroatiens in der Krajina und es fungierte als Auslöser für den Kriegseintritt der NATO.

Auch später wird das Bild aufgegriffen. Hier als Titelbild eines Buches...
Buch-Umschlag mit Satelliten-Foto
Srebrenica-Video, Juni 2005

Im Juni 2005 (kurz vor dem 10. Jahrestag des sog. Massakers von Srebrenica) taucht ein Video auf, das im Nachhinein beweisen soll, dass das Massaker von Srebrenica tatsächlich stattgefunden hat, um damit den zu diesem Zeitpunkt noch lebenden ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens Slobodan Milosevic vor dem Nato-Tribunal zu belasten.
'tagesschau.de', Juni 2005: "Die sechs bosnischen Moslems liegen am Boden: Hingerichtet"
Das Bild erscheint – bei tagesschau.de – mit folgender Bildunterschrift: „Die sechs bosnischen Moslems liegen am Boden: Hingerichtet“. Das Problem an dieser Darstellung ist: sie trifft definitiv nicht zu. Im Video ist eindeutig zu sehen, wie sich die Körper bewegen und die Liegenden in der anschließend gezeigten Szene weitergehen. Wir haben uns deshalb bei der Redaktion von tagesschau.de beschwert. Und tatsächlich wurde die Bildunterschrift daraufhin verändert.

Insgesamt werden zu diesem Video, das über den „Belgrader Menschenrechtsfonds“, eine so genannte NGO (Nicht-Regierungsorganisation), in Umlauf gebracht worden ist, in den Medien Angaben gemacht, die überwiegend – wenn nicht durchweg – falsch sein müssen. Es werden ganz unterschiedliche, weit auseinander liegende Orte und Zeitpunkte für das angebliche Tatgeschehen angegeben, die unbestreitbar nicht alle gleichzeitig zutreffen können. Aber trotzdem wird das Video immer mit dem so genannten Massaker von Srebrenica in Verbindung gebracht.

In Anbetracht dieser eindeutigen Sachlage beschwerten wir uns beim Deutschen Presserat über die dem Gebot der Wahrhaftigkeit widersprechende Berichterstattung. Doch weit gefehlt: es erfolgt keine Form von Rüge. Stattdessen erfahren wir vom Presserat: „Im Gesamtkontext können Journalisten [...] nicht verpflichtet werden, ein sehr wahrscheinliches Geschehen in der Berichterstattung als Verdacht zu formulieren. Dies würde bedeuten, dass künftig nur noch definitiv festgestellte Wahrheiten als unbestritten und damit Fakt dargestellt werden könnten. Eine solche Forderung wäre abwegig und würde die journalistischen Möglichkeiten sprengen.“

Das besonders Erschreckende daran ist, dass der Vorsitzende der Kammer des Beschwerdeausschusses, die das Wahrheitsgebot außer Kraft setzt, der dpa-Journalist und Sprecher der deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) Manfred Protze ist. Der Vorgang hat uns alle Illusionen über den Presserat genommen. Dieser und andere Fälle zeigen: der Presserat ist nicht in der Lage oder nicht willens, über seinen Schatten zu springen, wenn es um Falschinformationen geht, die flächendeckend über fast alle Medien verbreitet werden.
Jugoslawien 1999

Ein Bild von 1999 aus dem Zusammenhang des Krieges der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, das während des Krieges (24. März bis 10. Juni 1999) in die Öffentlichkeit gebracht wurde:
'Der Spiegel', 26.4.1999
Links sehen wir „keine Gräber“, rechts (eingerahmt) eine größere Anzahl von Tupfen. Dabei soll es sich – wie wir lesen – um „neue Gräber“ handeln – verkauft als Beweis für den angeblichen Genozid der Serben an der albanischen Bevölkerung im Kosovo – mit dem Ziel, den Krieg zu legitimieren.

Am 25.1.1999 bringt DER SPIEGEL einen groß aufgemachten Artikel mit der Überschrift: „Nach dem Massaker an Albanern im Dorf Racak ist die NATO zum Eingreifen bereit.“ Es bedurfte eines Auslösers, um NATO und Öffentlichkeit auf Krieg zu programmieren. In dem Spiegel-Artikel soll das folgende Bild das angebliche Massaker belegen:
'Der Spiegel', Nr.4, 25.1.1999, S.136, in Zusammenhang mit dem angeblichen 'Massaker von Racak'
Am 30. April 1999 veröffentlicht die TAZ das folgende Bild:
taz, 30.4.1999, S. 4, Video-Reproduktionen von Christian Joergensen/Zenit/laif, Titel: "Die Toten von Djakovica"
Darauf sollen die „Toten von Djakovica“ zu sehen sein.
taz, 30.4.1999, S. 4, Video-Reproduktionen von Christian Joergensen/Zenit/laif, Titel: "Die Toten von Djakovica"
Daran kann aber etwas nicht stimmen. Denn im SPIEGEL waren die „Toten von Djakovica“ die „Toten von Racak“. Ein Vergleich der beiden Bilder macht deutlich, dass es weitgehende Übereinstimmungen in Form und Anordnung der Bildelemente gibt, so dass es sich um die gleiche Szene handeln muss. Was die TAZ hier vornimmt, ist eine besonders eigenwillige Fälschung. Sie belegt ein angebliches Massaker mit Bildern eines anderen Massakers, und noch dazu ausgerechnet desjenigen Massakers, das die entscheidende Krieg auslösende Inszenierung war. Die TAZ musste die Fälschung eingestehen.

Wir erinnern uns an das Zitat: „Denn wir wissen genau: es ist die erste Behauptung, die wirklich zählt. Alle Dementis sind völlig unwirksam...“ Nachträgliche Korrekturen bleiben weitgehend bedeutungslos. So äußerte sich James Harff, Chef der PR-Agentur 'Ruder Finn Global Public Affairs', einer in den USA ansässigen Firma, die beauftragt war, das Image von Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der 'Republik Kosovo' in der Öffentlichkeit positiv zu beeinflussen, was sie ganz wesentlich durch die Schaffung des Feindbilds 'Die Serben' erreichte.

Auch wenn mittlerweile viele Fälschungen und Falschbehauptungen als solche erwiesen sein, gilt: Der Krieg ist geführt, das Ziel der erweiterten Einflussnahme auf dem Balkan ist erreicht. Bilder von der ethnischen Säuberung des Kosovo, vom hundertfachen Mord an der serbischen Bevölkerung und ihrer Vertreibung aus dem Kosovo fehlen. Sie werden nicht benötigt. Sie passen nicht zur herrschenden Interessenlage.

Was auch nicht zur herrschenden Interessenlage passt, sind Bilder von den Zerstörungen, die die NATO im Kernland der Bundesrepublik Jugoslawien, in Serbien, angerichtet hat. Das widerspricht auch der Legende vom so genannten Kosovo-Konflikt, wie der Krieg gegen Jugoslawien in den Herrschaftsmedien allenthalben genannt worden ist. Deshalb hielten wir es für wichtig, diese Legende mit eigenen Bildern zu durchbrechen, so dass wir kurz nach Ende des Krieges im Sommer 1999 nach Serbien gefahren sind. Hier einige Beispiele für die entstandenen Bilder:














Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann – Deutschlands erste Kriegsbeteiligung nach 1945 – Bundesrepublik Jugoslawien, 1999
Die Ausstellung, die im Herbst 1999 mit diesen Bildern entstanden ist, haben wir „FRY – gezielt kollateral“ genannt. FRY steht für Federal Republic of Yugoslavia (Bundesrepublik Jugoslawien). Als Kollateralschaden wurden die menschlichen Opfer bezeichnet, die angeblich zufällig getroffen sein sollten. Wir haben uns vor Ort mit eigenen Augen (und Kameras, auch Gesprächen) davon überzeugt, was kollateral, also angeblich zufällig, getroffen worden ist. Wir waren unter anderem in Belgrad, Nis und Novi Sad.

Ziel der NATO-Bomben waren zivile Gebäude und Einrichtungen, Wohnblocks, Krankenhäuser (in einer gynäkologischen Klinik hatte gerade ein Kaiserschnitt stattgefunden), Fabriken und Schulen. So mussten wir feststellen, dass es sich nicht um Kollateralschäden – wie sie perfide genannt wurden – handelte, sondern um die Umsetzung der so genannten Warden-Doktrin, d.h. dass es vorrangig um die Zerstörung der Infrastruktur und damit um die Zerstörung der Lebensgrundlagen eines Staates ging. Dieses Verbrechen verkauften uns „unsere Medien“ und die verantwortliche rot-grüne Regierung als Kosovo-Konflikt.
Syrien 2012

Es folgt ein Beispiel aus dem (verdeckten) Krieg des US-Imperialismus gegen Syrien. Es geht dabei um das angeblich von syrischer Seite begangene Massaker in dem syrischen Ort Houla, ein Vorgang, der der Eskalation des Krieges diente und die Bundesregierung dazu veranlasste, den syrischen Botschafter auszuweisen. Übrigens: Die „Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg“ richteten daraufhin – mitgetragen vom Bundesverband Arbeiterfotografie – eine Protestnote „An die Bundesregierung wegen völkerrechtswidriger Ausweisung des syrischen Botschafters“.

Am 27. Mai 2012 veröffentlichte BBC auf ihrer website einen Artikel mit dem Titel „Das Massaker in Houla wird verurteilt und die Empörung wächst“, in dem es um dieses angeblich von syrischer Seite begangene Massaker in Houla ging.
BBC-Artikel vom 27.5.2012 mit dem Bild des Fotografen Marco di Lauro – ausgegeben als „Foto eines Aktivisten“, von dem „angenommen wird, dass es Kinderleichen in Houla zeigt, die auf ihr Begräbnis warten“ – nach Angabe von Marco di Lauro aufgenommen am 27.3.2003 im Irak
Illustriert wurde der Artikel zunächst mit einem Foto, das als „Foto eines Aktivisten“ ausgegeben wurde, von dem „angenommen wird, dass es Kinderleichen in Houla zeigt, die auf ihr Begräbnis warten“ – bis der Fotograf Marco di Lauro protestierte und das Bild ausgewechselt wurde.
Österreich 2008

Jetzt kommen wir zu einem Vorgang, der allgemein als selbst verschuldeter Unfall hingestellt wird: um den Tod des österreichischen Politikers Jörg Haider. Wir haben dazu seinerzeit einen Artikel mit dem Titel „Der Fall Jörg Haider: Unfall oder gezielte Tötung?“ veröffentlicht, der uns hier und da als Sympathieerklärung für Jörg Haider ausgelegt worden ist. Doch darum geht es nicht. Es geht um die Frage, wer könnte an der Beseitigung dieses Mannes ein Interesse haben. Und es geht in unserem Vortrag um ein Beispiel dafür, dass Fotos herangezogen werden können, den Wahrheitsgehalt von Darstellungen in den Medien zu überprüfen.

Jörg Haider stirbt infolge eines Geschehens, das sich am Samstag, dem 11. Oktober 2008, gegen 01:15 Uhr mit seinem Dienstwagen, einem VW Phaeton, einer mehr als zwei Tonnen schweren Luxuslimousine auf der Rosentaler Straße im Süden der Stadt Klagenfurt abgespielt hat, als er allein auf dem Weg nach Hause unterwegs ist. Sein Auto kommt von der Fahrbahn ab und bleibt nach ca. 200 Metern extrem zerstört quer zur Fahrbahn liegen. Eine Zeugin in einem Auto hinter dem von Jörg Haider spricht von einer Art Staubwolke, in die der Wagen vor ihr gehüllt gewesen sei. Es gibt Stimmen, die die Sichtbarkeit einer solchen Wolke bezweifeln.
Das liegen gebliebene Autowrack – aufgenommen noch in der Nacht des Vorfalls
Das Bild von der mit Straßenlaternen beleuchteten Straße zeigt: Eine Staubwolke, in die der Wagen laut Aussage der Zeugin gehüllt gewesen ist, wäre durchaus zu erkennen gewesen – zumal nach Aussagen einer Anwohnerin der auf dem Bild zu sehende Nebel erst später aufgekommen ist. Und das Bild zeigt auch, dass der Wagen auf der rechten Seite weitgehend unzerstört war – obwohl er nach rechts von der Fahrbahn abgekommen ist.
Das Autowrack von der linken Seite
Dieses Bild zeigt, dass der Wagen hauptsächlich auf der linken Seite zerstört war – also gewissermaßen auf der falschen Seite. Und auf dem Bild ist im Dach des Fahrzeugs unmittelbar über dem Fahrersitz eine Eindellung und ein Loch zu sehen – ein Umstand, der uns zu dem Verdacht gebracht hat, dass hier ein von einer Drohne abgefeuertes Geschoss eingeschlagen sein könnte – ein heute übliches, vom US-Präsidenten abgesegnetes Verfahren. Nachfolgend ein Ausschnitt:
Genau über dem Fahrersitz ein Loch im Dach des Wagens
Übrigens gibt es ein Buch über den Tod von Jörg Haider, dessen Autor das Autowrack später aufgesucht hat und der dabei ein Foto aufgenommen hat, das im Buch wiedergegeben ist. In diesem Foto gibt es die Delle und das Loch eigenartigerweise nicht mehr. Das könnte auf die Brisanz hindeuten, die sich aus der Art der Beschädigung ergibt.

Die beiden folgenden Bilder zeigen das Betonhindernis, gegen den der Wagen geprallt sein soll:
Der Betonsockel – in Fahrrichtung gesehen – ca. 10 cm hoch (Marke N), gegen den der Wagen geprallt sein soll
Der Betonsockel von der entgegen gesetzten Seite, also in die Richtung fotografiert, aus der der Wagen gekommen ist
Die Medien vermitteln dazu folgendes: in einer Reuters-Meldung (11.10.2008, 08:54) ist zu lesen: der Wagen „prallte gegen einen Betonsockel“, in einer DPA-Meldung (11.10.2008, 08:55): der Wagen habe „einen Betonpfeiler gerammt“. Der Kölner 'Express' hat in einem einzigen Artikel gleich drei Formulierungen parat: Der Wagen „prallte gegen ein Beton-Fundament“. Der Wagen „knallt frontal auf den Betonsockel eines Maschendraht-Zauns hinter einer Thujahecke“. An der dritten Stelle ist von der „Wucht des Zusammenstoßes mit dem Betonsockel hinter einer Hecke“ die Rede. Diese Darstellung kann nicht zutreffen. Aus den zur Verfügung stehenden Bildern ist zu entnehmen, dass das Beton-Hindernis, gegen den Haiders Wagen geprallt sein soll, nur etwa 10 cm hoch ist.

Es scheint also in der Tat zuzutreffen, dass Bilder – zumindest solche, die unmittelbar von dem Geschehen entstanden sind – aufschlussreich sein können. Davon unberührt bleibt die Frage, was das Motiv für die eventuelle Anwendung des heute nicht unüblichen Verfahrens einer “gezielten Tötung“ gewesen sein könnte. Das kann hier nur ganz knapp angerissen werden. Verwiesen sei auf die Gefahr für die Entwicklung der EU, die von ihm hätte ausgehen können, wenn er an der zu der Zeit sich bildenden Regierung beteiligt worden wäre. Und hingewiesen sei auf seine Distanz zu USA und Israel und seinen Kontakt zu Feindbildern wie Saddam Hussein oder Gaddafi.
9/11 – Ein kriminalistisches Wunder

Jetzt kommen wir zu einem Thema von absolut zentraler Bedeutung: 9/11 – 11. September 2001.

Nebenbei bemerkt: Es gibt ein aufwendig gemachtes, über 500 Seiten starkes Buch von Gerhard Paul. Sein Titel: „Bilder des Krieges – Krieg der Bilder – Visualisierung des modernen Krieges“. Gerhard Paul schreibt darin: „Nur wenige Medien entzogen sich der herrschenden Logik und verweigerten sich der Komplizenschaft.“ Und dann behauptet er: „Hierzu zählten in Deutschland Zeitungen wie die 'tageszeitung' und 'Jungle World', die auf ihren Titelseiten bewusst auf die spektakulären Bilder vom Einschlag des zweiten Flugzeugs verzichteten...“ Sehen wir uns die Titelseite der TAZ vom 12.9.2001 an.
Titelseite der 'taz' vom 12.9.2001
Keineswegs lässt sich behaupten, sie würde aus der nahezu gleichgeschalteten Presselandschaft ausscheren. „Angriff auf die USA“ titelt sie und zeigt sehr wohl ein Bild, das denen auf den Titelseiten der meisten anderen Zeitungen in nichts nachsteht. Sie fährt damit auf der gleichen Schiene wie beispielsweise der 'Express'.
Titelseite des 'Express', 12.9.2001
Die Operation 9/11 ist ein Ereignis, bei dem wir Zeuge eines kriminalistischen Wunders werden: noch am Tag der Tat wird der Leserschaft der Haupt-Täter präsentiert, obwohl wir bei den Verbrechen bis heute nicht wissen, wer sie tatsächlich begangen hat. Es ist, als würde eine Medienkampagne ablaufen, die seit langem vorbereitet ist – zur Einstimmung auf einen globalen Krieg, den so genannten Krieg gegen den Terror.
9/11 – Inszenierung des Palästinenser-Jubels

Mit der Berichterstattung über den 11. September verbindet sich eine Kampagne gegen die Palästinenser...
'Express', 12.9.2001, Seite 8
Sie sollen angesichts der Verbrechen gejubelt haben. Doch das stellt sich im Nachhinein als eine Inszenierung heraus. Die Palästinenser wurden zu den Jubelszenen animiert, ohne dass sie wussten wofür.
9/11 – Pentagon-Video, 13.12.2001

Und jetzt kommen wir zu einem Video...
'Express', 14.12.2001
...zu einem ganz entscheidenden, das am 13. Dezember 2001 vom Pentagon in die Öffentlichkeit gebracht wurde und in dem angeblich Bin-Laden zu sehen sein soll. Nicht nur der 'Express' macht das Thema zu seiner Titelstory. Die Medien sind voll davon.

Im Fernsehen (in der Tagesschau) stellt sich das z.B. so dar:
'Tagesschau', 13.12.2001
In einer weiteren Zeitung (USA Today) sieht es so aus:
'USA today', 14.12.2001 - mit älterem Bin-Laden-Bild zum Vergleich
Fast niemand fragt, ob dieses Video, das angeblich in der so genannten Taliban-Hochburg Kandahar gefunden worden sein soll, echt ist, und ob es sich bei dem Dargestellten tatsächlich um Bin Laden handelt.

Ein Vergleich mit anderen Bildern Bin Ladens lässt starke Zweifel aufkommen. Man muss ein blindes Vertrauen in das Pentagon und die Medien an den Tag legen, wenn man dieses Video als Beweis für ein Geständnis wertet, das einen weltweiten Krieg rechtfertigen soll.

Bei CNN...
CNN, 13.12.2001
...sehen wir diese Person, die uns als Bin Laden verkauft werden soll. Das (diabolische) Grinsen der Person ist sehr wahrscheinlich künstlich per Computer erzeugt.
9/11 – Atta in Portland?

Dieses Bild einer Sicherheitskamera des Flughafens von Portland, das uns z.B. das ZDF präsentiert, soll beweisen, dass Atta – einer der 19 angeblichen Attentäter – ein Flugzeug bestiegen hat, mit dem er in den Nordturm des WTC geflogen sein soll.
Aufnahme einer Sicherheitskamera auf dem Flughafen von Portland, 11.9.2001 (zum Vergleich das FBI-Bild von Mohammed Atta)
Wir haben das FBI-Bild von Atta zum Vergleich hineinmontiert: Daraus die Identität ableiten zu wollen, wäre vermessen.
9/11 – Einschlag WTC-Nordturm

Und jetzt die berühmte Videoaufnahme der Brüder Naudet...
Einschlag in den WTC-Nordturm, 11.9.2001
...die angeblich das Flugzeug zeigt, mit dem Atta in den Nordturm des WTC geflogen sein soll. Doch was beweist diese Aufnahme? Nichts! Ein Ausschnitt aus dem Video zeigt ein nicht zu identifizierendes Objekt...
Einschlag in den WTC-Nordturm, 11.9.2001

(animierter Darstellung von Einzelbildern aus dem Naudet-Video - in dem Moment, in dem zwei wolkenartige Gebilde entstehen, kurz angehalten)
Wir wissen nicht, inwieweit dieses Video echt ist. Es wurde erst am Tag nach dem Verbrechen veröffentlicht – genügend Zeit, um manipulierend einzugreifen. Es lässt sich nicht erkennen, um was für ein Objekt es sich handelt. Und erst recht nicht, ob in diesem Objekt eine Person namens Atta sitzt. Und es gibt auch keine Erklärung dafür, wie – bevor das Objekt einschlägt – die beiden übereinander zu sehenden wolkenartigen Gebilde mit einem Abstand von mind. 20 Metern entstehen können.

Und es ist zu fragen, wie die Aufnahme überhaupt hat entstehen können. Der Kameramann schwenkt die Kamera im entscheidenden Moment auf das Ziel, das er ohne Vorwissen überhaupt nicht kennen kann.
9/11 – Sicherheitskamera des Pentagon

Diese Aufnahme einer Sicherheitskamera des Pentagon soll zeigen...
Animierte Darstellung aus Aufnahmen einer Sicherheitskamera des Pentagon, 11.9.2001
... wie eins der angeblich entführten Flugzeuge ins Pentagon fliegt. Nur: man sieht einiges, aber kein Flugzeug, eher einen Raketenschweif. Die Aufnahme ist also eher ein Beleg, der die offizielle Darstellung des Pentagon widerlegt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Verkehrsflugzeug in einer bebauten Umgebung horizontal über den Boden angeschossen kommt.
9/11 – Shanksville-Krater

In diesem Krater soll das vierte, angeblich entführte Flugzeug bei seinem Absturz verschwunden sein und dabei einen Rauchpilz verursacht haben – beides Bilder, wie sie in einer ZDF-Fernsehsendung gezeigt worden sind.
Der Krater und der Rauchpilz von Shanksville, 11.9.2001
Nein, auch das ist so gut wie unmöglich. Ein Flugzeug, das keine nennenswerten Trümmer hinterlässt, hat es in der Geschichte der Flugzeugabstürze bisher nicht gegeben. Dieses Bild ist viel eher als Beweis dafür zu werten, dass es anders gewesen sein muss als behauptet. Der Krater sieht nach einem Bombentrichter aus. Und der Rauchpilz deutet auf eine Bombenexplosion hin.
9/11 – Einsturz von WTC-Gebäude 7

Eine weitere Aufnahme mit Beweischarakter...
Animierte Darstellung aus Einzelbildern des Naudet-Films – Einsturz des WTC-Gebäudes 7 am Nachmittag des 11.9.2001
Stunden nach dem Einsturz von Nord- und Südturm stürzt am Nachmittag des 11. September 2001 auch Gebäude 7 des WTC – ohne dass es von irgendwelchen Flugobjekten oder herabstürzenden Trümmern getroffen worden wäre – in sich zusammen – mit ca. Fallgeschwindigkeit, wie das auch beim Nord- und Südturm der Fall war und wie es nur bei einer kontrollierten Sprengung möglich ist.

Kurios in diesem Zusammenhang folgender Sachverhalt:
'BBC', 11.9.2001 – unmittelbar rechts neben dem Kopf der Korrespondentin das noch stehende WTC-Gebäude 7 (auch Salomon-Brothers-Building genannt)
BBC berichtet am 11.9.2001 vom Einsturz von WTC-Gebäude 7 – es ist kaum zu glauben – bevor der Einsturz erfolgt ist.
9/11 – Einsturz WTC-Südturm

Der obere Teil des WTC-Südturms...
Einsturz WTC-Südturm
... beginnt zu kippen, um sich im nächsten Moment aufzulösen – nach physikalischen Gesetzen schier eine Unmöglichkeit. Außer der Schwerkraft müssen andere Kräfte im Spiel gewesen sein, die dazu geführt haben.
9/11 – WTC-Fassade

An der Fassade der World-Trade-Center-Türme...
Fassade der brennenden World-Trade-Center-Türme
...die angeblich 1000°C heiß gewesen sein sollen, befinden sich Menschen. Dieses Bild beweist, dass die hohen Temperaturen, von denen behauptet wird, sie hätten zum Einsturz geführt, nicht geherrscht haben können. Bei Temperaturen von 1000°C müssten die Menschen längst verschmort sein. Der Stahl müsste glühen und die Fassade aus Aluminium müsste schmelzen. Menschen, die sich an schmelzendem Aluminium festhalten: eine Unmöglichkeit. Die behauptete Einsturz-Ursache kann nicht der Wahrheit entsprechen. Ein Bild also mit eindeutigem Beweischarakter.
Zur Frage: inwieweit Bildmaterial Beweiskraft haben kann

Natürlich ist Bildmaterial – Fotos und Videos – fälschbar. Deshalb muss bei der Auswertung immer mit in Betracht gezogen werden, dass dies der Fall sein könnte. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, ob eine Fälschung vorliegen könnte oder nicht, sind u.a. zu berücksichtigen:
  • die Quelle des Bildmaterials
  • die Interessenlage derjenigen, die das Bildmaterial öffentlich machen
  • die Frage, inwieweit Bildmaterial aus verschiedenen Quellen (und Perspektiven) sich hinsichtlich der Aussage deckt.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte gibt es keinen Grund, z.B. an Glaubwürdigkeit und Aussagekraft der Bilder vom Einsturz von Gebäude 7 oder vom Krater bei Shanksville zu zweifeln. Und die Schlüsse, die sich aus diesem Bildmaterial ziehen lassen, können mit hoher Sicherheit gezogen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gebäude 7 nicht durch kontrollierte Sprengung in sich zusammensinkt, ist fast Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Flugzeug einen Krater wie eine Bombe hinterlässt, ohne dass Flugzeugtrümmer entstehen, ist ebenso nahe Null. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen sich in einer Art von Hochofen befinden ohne zu verschmoren, ist ebenso fast Null. Nein, sie ist gleich Null. Es gibt naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten, die lassen sich nicht aushebeln, auch nicht von der einzigen hinterbliebenen Supermacht der Welt. Deshalb können wir davon ausgehen, dass dieses Bildmaterial eine hohe Beweiskraft besitzt. Und wir können demzufolge daraus ableiten, dass die 'offiziellen' Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen können, also die Täter andere als die Behaupteten sein müssen. Das ist sehr viel wert. Allein diese drei Beispiele reichen aus, um schließen zu können, wo die Täter mit Sicherheit nicht und wo sie demgegenüber mit großer Wahrscheinlichkeit zu finden sind.

Wir erkennen: Bilder sind eine fürchterliche Waffe in den Händen der Mächtigen und ihrer Medien – wie Brecht sinngemäß sagt – aber sie sind auch ein – oft unfreiwilliges – Beweismittel, das die Machenschaften der Herrschenden entlarven kann.
Was Bilder bewirken können, liegt auf der Hand. Bilder, Fotos, Lichtbilder – sie können unmittelbar Gefühle hervorrufen von großem theatralischen Gehalt: Liebe, Angst, Abscheu, Entsetzen und Mitleid... Bilder sind Bestandteil von Inszenierungen. Das Schlussbild in einem Musik-Theater verleitete Thomas Mann 1909 (nach Besuch von Wagners "Parsifal") zu der Aussage: „Obgleich ich recht skeptisch hinging und das Gefühl hatte, nach Lourdes oder zu einer Wahrsagerin oder an sonst einen Ort suggestiven Schwindels zu pilgern, war ich schließlich doch tief erschüttert... dann aber auch das unvergessliche Schlussbild... bedeutend und durchaus unwiderstehlich...“ Es ist selbstverständlich nicht das Bild allein, sondern das Ergebnis einer konzentrierten Geschichte, Schluss- und Höhepunkt. Die Musik tut ihr übriges, nicht Unwesentliches.

Die Bandbreite – Umkehrung der Nachrichten-Autorität

Zu denjenigen, die Bilder im künstlerisch-musikalischen Zusammenhang zum Einsatz bringen, gehört die 1999 gegründete politische Rap- und Hip-Hop-Band DIE BANDBREITE aus Duisburg – Torben und Wojna. Sie arbeitet nicht nur mit Gesang, sondern sehr stark auch mit Videos. Eins dieser Videos, das sehr große Verbreitung gefunden hat, ist das zum Song „Selbstgemacht“, in dem Krieg und insbesondere Kriegslügen zum Thema gemacht werden.

Die Wirkung ist so stark, dass die Herrschaftsapparate sich genötigt sahen, die Spin-Doktoren ihrer PR-Agenturen und Medien-Unternehmen zum Einsatz zu bringen und die Band mit einem Bann belegen zu lassen. Die Lieder der Band sollen als Spinnerei, als so genannte „Verschwörungstheorie“ erscheinen. Die unausgesprochene Warnung lautet: Wer sich darauf einlässt, wird selbst vom Bannstrahl getroffen und nicht mehr ernst genommen. Die Begriffe „Verschwörungstheorie“ und „Verhaltenstherapie“ haben viel Gemeinsames. Sie sollen Menschen die Grenzen ihres Denkens aufzeigen, sie zu steuerbaren Wesen ohne Bewusstsein machen. Mit einem Klick, wie bei der Tierdressur, sollen Neugierige in ein unkritisches Terrain (ab-)gelenkt werden.
Filmsequenzen aus dem Bandbreite-Video „Selbstgemacht“: US-Krieg gegen Vietnam (oben links) und Vortrag der Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses im Oktober 1990 im Vorfeld des Krieges gegen den Irak 1991 (rechts oben und unten)
Filmsequenzen aus dem Bandbreite-Video „Selbstgemacht“: Vorbereitung auf den Krieg gegen Irak 2003 – US-Außenminister Colin Powell beim Vortragen seiner Dia-Show vor dem UN-Sicherheitsrat am 5.2.2003 (links im Bild hinter US-Außenminister Colin Powell CIA-Chef George Tenet)
„Sehr ergreifend auch, datt damals irakische Soldaten
in Krankenhäusern Babys aus den Brutkästen traten.
Es war 'n Fake, 'ne Fälschung, ein PR-Gag von euch,
doch hat dat für den Eintritt in den Golfkrieg gereicht.“
(aus dem Bandbreite-Song „Selbstgemacht“ – als Video abrufbar hier)

Bilder können Kriege auslösen. Krieg kommt nicht ohne Bilder aus. Im Gegenteil werden neuartige Bilder konstruiert: Werbeagenturen kreieren IMAGE-Kampagnen. Kriegsentscheidend oder besser Kriegseintrittsentscheidend wird es, schneller zu lügen – auch unter Zuhilfenahme von Bildern. Ein Beispiel sind die Lügen des US-Außenministers Colin Powell. Er warb für den Eintritt in den Irak-Krieg 2003 – mit erfundenen Bildern. Der Krieg konnte beginnen. Auch das klingt an im Bandbreite-Video „Selbstgemacht“.

Eine Antwort auf immer dreistere gigantische Lügen kommt in ungewohnter Form. Es geht um die den so genannten „Krieg gegen den Terror“ rechtfertigenden Anschläge vom 11. September 2001. Abgesehen von der im allgemeinen nicht zugelassenen Hinterfragung der vertuschten Zusammenhänge um die Katastrophe von New York wagt DIE BANDBREITE es, eine heilige Kuh auf’s Eis zu führen: Die Tagesschau. Mit einer einfachen Darstellung ohne besonderen technischen Aufwand – der Hollywood vor Neid erblassen lassen muss – kehren sie die Nachrichten-Situation um. Statt der üblichen autoritären Verbreitung unverrückbarer Aussagen inszeniert sich Frontmann Wojna als Nachrichtensprecher und Korrespondent vor sakrosankten Schauplätzen wie dem Weißen Haus in Washington und stellt die entscheidenden Fragen wie in einem Gerichtsprozess, der bekanntlich nicht zustande gekommen ist: „Habt ihr dat vielleicht selbst gemacht?"

Mittels ihrer genialen Art der Kombination von Musik und Bild stellen sie sich der Indoktrination entgegen, wie sie zum Beispiel mit Endlosschleifen der Szenerie mit den rauchenden Türmen – unterlegt mit der Gefühlshymne „Only Time“ der Irin Enya – tausendfach betrieben worden ist.
„Ihr wolltet damals über Cuba ein Flugzeug sprengen
und dann Fidel Castro diesen Coup anhängen.“
„Es ist noch niemals ein Hochhaus, egal wie stark es brennt, ja
zusammengefallen wie die drei World Trade Center,
Der Stahl hat sich verbogen, is dat nich glatt gelogen?
Warum strebte dat Hochhaus dann im freien Fall zu Boden?
Ja das Ding klappt zusammen wie ein Kartenhaus,
und nur „Controlled Demolition“ räumt da hinterher auf?“
„Ja da war im Pentagon dieses Fünf-Meter-Loch,
in dat sich angeblich eine Boeing verkroch.“
„...und ihr nehmt euch dat Öl noch von Saddam Hussein.
Doch spätestens jetzt muss man sehen, datt Saddam,
zu dem Einsturz vom Trade doch am wenigsten kann.“
„Doch so fangt ihr ihn an, den gerechten Krieg,
weil ihr euch so die Wahrheit zum Rechten biegt.“
„Und ihr wiegt euch in Sicherheit – bis einer fragt
Habt ihr dat vielleicht selbst gemacht?“
(Text und Bilder aus dem Song bzw. Video „Selbstgemacht“ – als Video abrufbar hier)

Mit diesem Song „Selbstgemacht“ gerät DIE BANDBREITE ins Schussfeld der Herrschaftsmedien. Am 28. November 2007 lässt DER SPIEGEL vermelden: „DGB-Party: Gewerkschafter lassen Verschwörungstheoretiker rappen. Die USA als Täter und nicht als Opfer des 11. September, das ist eine beliebte These unter Verschwörungstheoretikern. Die Musiker von ‘Bandbreite’ holen in ihrem Lied zum historischen Rundumschlag gegen die US-Politik der vergangenen 60 Jahre aus: vom Zweiten Weltkrieg über Vietnam hin zu Afghanistan und Irak.“ Es wird eine Kampagne gegen DIE BANDBREITE entfacht, die Rufmord-Charakter hat – eine regelrechte Hexenjagd, die ihr zu Schaffen macht und ihre Existenz gefährdet. Es ist klar: DIE BANDBREITE braucht und verdient unsere Solidarität.

Mit der Verschmelzung von Bild und Musik der Jugendkultur hat DIE BANDBREITE Zugang zu politisch ansprechbaren Peer Groups, für die sie auf originelle, faktenreiche Weise ungewohnte Themen aufbereitet: „Was ist los in diesem Land?“, „Unter falscher Flagge“ oder „Angst vor Lissabon“. Mit „Dr. Schäuble kommt in Deine Wohnung gerollt“ wird Datenbespitzelung lange vor dem NSA-Skandal anschaulich: „Er liest Dein Tagebuch und weiß ganz genau, ob Du Männer liebst oder eine Frau“, heißt es im Text. „Wann wird man je verstehen?“ fragt ein aktueller Song. Die allein von youTube notierten Abrufzahlen belaufen sich auf viele Hunderttausende.
Arbeiterfotografie-Plakate

Es folgen Plakate der Arbeiterfotografie. Sie sind Beispiele dafür, wie wir mit Bildern und ihrer Weiterentwicklung in Form von Collagen und Montagen in der politischen Auseinandersetzung wirken – in der Absicht, sie als Instrument bzw. Waffe im Sinne von Aufklärung einzusetzen.
Plakat, 1998 (gezeigt u.a. im Rahmen der Ausstellung "Rettet den Reichtum")
Dieses Plakat „Alle Macht geht vom Volke aus“ von 1998 zeigt die Fassade der Deutschen Bank in Frankfurt. Es beruht auf einem eigenen Foto, das wir entzerrt haben und in das die Schrift hineingesetzt ist.
Plakat, 2003 (gezeigt u.a. im Rahmen der Ausstellung "Rettet den Reichtum")
Grundlage des Plakats „Die globale Überlegenheit des Kapitalismus“ ist ein eigenes Foto der Villa von Friedrich Flick am Wörther-See. Die Aussage über die Verteilung des Reichtums auf der Welt – konzentriert im Satz „358 Milliardäre besitzen mehr als die halbe Menschheit“ – entstammt dem Bericht der Vereinten Nationen „Über die menschliche Entwicklung“ von Juli 1996.
Plakat, 2005
Mit diesem Plakat werden die Reichtumsverhältnisse auf Deutschland bezogen thematisiert. Die Angabe „Weniger als 1% der Bevölkerung besitzt jetzt 60% des Geldes“ (in Höhe von 4100 Milliarden Euro) entstammt dem „World Wealth Report" der Investmentbank Merril Lynch. APD steht für „Asoziale Partei Deutschlands“. Das verwendete Bild ist vor dem Kölner Dom in Zusammenhang mit einer Suppenküche für Obdachlose entstanden.




Plakat-Serie, 2004 (gezeigt u.a. im Rahmen der Ausstellung "Rettet den Reichtum")
Der Plakat-Serie „Elite-Bildung“ von 2004 liegen Fotos von Studentenprotesten gegen die Einführung von Studiengebühren zugrunde. Der Titel „Elite-Bildung“ fungiert als Wortspiel. Per Bildbearbeitung sind die Personen freigestellt, d.h. der Hintergrund wurde weg retouchiert. „Wolfgang“ war damals der so genannte Superminister Wolfgang Clement – ab 2002 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit im Kabinett von Gerhard Schröder.




Plakat-Serie, 2004 (gezeigt u.a. im Rahmen der Ausstellung „Rettet den Reichtum“)
In dieser Plakat-Serie zur Problematik der Hartz-Gesetze spielt wieder der Superminister Wolfgang Clement eine Rolle, der dann irgendwie abtaucht. Er wirbt für Hartz IV und damit für Zwangsarbeit, Versicherungsbetrug und für die Armut, die für den Reichtum der Reichen erforderlich ist. APD steht wieder für „Asoziale Partei Deutschlands“.


Plakate, 2004 (gezeigt u.a. im Rahmen der Ausstellung "Rettet den Reichtum")
In den beiden Plakaten „Kapitalismus Kannibalismus“ stehen Zahlen im Mittelpunkt. Verdeutlicht wird damit zum einen, in welchen Dimensionen Arbeitsplätze verschwinden, insbesondere im Handwerk. Das zugehörige Foto ist bei Opel Bochum entstanden, einem Werk, das heute dabei ist abgewickelt zu werden. Die Zahlen auf dem zweiten Plakat befassen sich mit Kriegs- und Hungertoten. Und es wird immer wieder die Frage aufgeworfen, wie viele Tote für die Umsetzung von Herrschaftszielen angemessen sind.
Plakat, 2013 (von Gine Willrich)
Dieses aktuelle Plakat „Bei uns müssen die Menschen im Mittelpunkt stehen“ von Gine Willrich befasst sich mit der Bundesverteidigungsministerin, die im Volksmund „von der Leichen“ heißt.
Plakat, 2011 (von Henning Günther)
In diesem Plakat von Henning Günther aus Krefeld geht es um den ehemaligen Verteidigungsminister von und zu Guttenberg, der nach seinem Abtreten 2011 nicht untätig geworden ist. In einem Artikel der NRhZ-Ausgabe 336 vom 11.01.2012 mit dem Titel „Das neue Tätigkeitsfeld des Ex-Ministers Freiherr von und zu Guttenberg – Seine Aufgabe heißt Umsturz“ schrieben wir: „Seine Aufgabe war eine zeitlang die Verwaltung der deutschen Kriegspolitik und der Umbau der Bundeswehr zu einer Berufsarmee. Heute heißt seine Aufgabe Destabilisierung und Umsturz weltweit. Am 12. Dezember 2011 hat er dies höchstpersönlich in einer vom deutschen Fernsehsender Phoenix übertragenen Pressekonferenz in Brüssel kundgetan. Seine Partner sind nach seiner eigenen Aussage insbesondere die US-Regierung und die Geheimdienste.“ Möglicherweise ist er heute mit Ukraine und Venezuela befasst.


Plakate, 2011 (entstanden für den Arbeiterfotografie-Stand mit dem Motto "Die Rolle der Feindbilder – sie sind Teil der Kriege – wir nehmen sie unter die Lupe" auf dem evangelischen Kirchentag in Dresden, 2011)
Abgebildet sind auf diesen beiden Plakaten der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad bzw. der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. Beide Plakate sind für den evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden entstanden. Sie waren dort Teil des Arbeiterfotografie-Standes „Die Rolle der Feindbilder – sie sind Teil der Kriege – wir nehmen sie unter die Lupe“. Sie trafen auf dem Kirchentag auf die von Feindbildern aufgeheizte Stimmung – in einer Zeit, wo gerade der Krieg gegen Libyen auf Hochtouren lief. Entsprechend aufgeheizt waren die Diskussionen, die diese Plakate ausgelöst haben und die wir an unserem Stand geführt haben.

Speziell in Bezug auf Libyen ist zu sagen, dass selten so schnell in einem Staat ein Regime-Change (im Rausch und Kontext des angeblichen, so genannten „arabischen Frühlings“) herbeigeführt worden ist. Innerhalb von nur wenigen Monaten war Libyen, das Land mit dem bei weitem höchsten Lebensstandard in ganz Afrika und der beispiellosen Erschließung der riesigen Wasserressourcen unter der Wüste, erledigt. Und Gaddafis Visionen von einem vereinigten, unabhängigen Afrika mit einem eigenen Währungsfonds waren vernichtet.
Plakat, 2013 (entstanden für die Demonstration "Wir sagen Nein zum Krieg gegen Syrien" am 31.8.2013 in Köln anlässlich der Drohung der USA, den verdeckten in einen offenen Krieg zu überführen)
Das Plakat mit dem Titel „Feindbild“ hat den Krieg gegen Syrien zum Thema. Es ist ein Beispiel für ein Plakat, das wir selbst auf die Strasse getragen haben und mit dem wir uns in die ein oder andere Demonstration eingereiht haben.
Orangen
Plakat, 16.2.2014 (Vitali Klitschko: „Orangen – Leute, kauft frische Orangen“)
Plakat, 16.2.2014 (Vitali Klitschko – das „DemokratieKapital“)
Bei dem Orangen-Foto und den beiden daraus entwickelten Plakaten geht es um die Ukraine, die infolge ihrer „falschen“ Entscheidung gegen die EU die Folgen zu spüren hat. Der Zögling des „Westens“, Vitali Klitschko, steht für die neue Orange-Revolution. „Ukraine – Verfaulte Orangen“ war der Titel eines Kapitels im 2006 erschienenen Buch „Russland im Zangengriff“ von Peter Scholl-Latour, in dem es um die erste so genannte Orange-Revolution ging. Nun will der „freie Westen“ der Ukraine die verfaulten Orangen als Quelle der Gesundheit zum zweiten Mal verkaufen – mit dem Ziel, Russland endgültig in die Zange zu nehmen. Zum Abschluss unseres Vortrags Bilder aus einem Video zum Thema Ukraine, das zeigt, wie „friedlich“ in Kiew unter Einsatz von Waffen demonstriert wurde. Das vierte Bild zeigt einen am Boden liegenden Polizisten, der von Demonstranten getreten wird.






Aus einem Youtube-Video aus Kiew, hochgeladen am 18.2.2014
Soweit unser Versuch zu zeigen, wie Bilder der Desinformation dienen, sie aber auch im Sinne von Aufklärung eingesetzt werden können. Produzieren und analysieren hängen für uns eng zusammen. Vor künstlerischen Mitteln dürfen wir nicht zurückschrecken. Gemeinsam müssen wir versuchen, dieser Art von Aufklärungs- und Kulturarbeit ein größeres Forum zu verschaffen. Allen Spins zum Trotz muss es uns verstärkt um Aufklärung gehen. Denn Methoden, deren desorientierende Absicht aufgedeckt ist, verlieren ihre Wirkung.
Einladung zum Vortrag